Panama

3 Tage Panama City

Panama City

Stadt der Kontraste. Historisch und modern, superlativ und ruhig, traditionell und fortschrittlich, verarmt und wohlhabend. Wir erkunden die erste Großstadt unserer Reise, schlendern durch hübsche Gassen und Cafés in Casco Viejo, sind von Wolkenkratzern umgeben in Downtown, mir wird übel auf dem Fischmarkt, wir stecken im Stau der Stadt fest, trinken leckersten Orangensaft  und erleben einen atemberaubenden Sonnenuntergang über der Skyline. Begleite uns, auf einer 3 tägigen Reise durch Panama City.


Unsere Panama City Highlights auf einen Blick

  • Casco Viejo Walkway
  • Cinta Costera
  • Mercado de Mariscos – Panamas Fischmarkt
  • Sonnenuntergang über der Stadt – Bar  Panaviera
  • Isla Flamenco

Anreise und Stellplatz

Panama City, wir sahen dem Besuch der ersten Großstadt unserer Reise etwas Bange entgegen. Gedränge auf den Straßen, uns unverständliche Verkehrsregeln und ein großes, nicht sehr wendiges Auto. Wir sind weniger die Stadt-Menschen, meiden zumeist große Menschenansammlungen und können von den vielen auf uns einstürzenden Eindrücken schon mal überfordert sein. Normalerweise suchen wir Ruhe und Abgeschiedenheit, genießen die Natur. Doch Panama City konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Morgen Idyll, Kaffee in Stadt-Nähe

Wir nähern uns der Stadt aus Richtung des Soberania Nationalparks. Die Anfahrt ist entspannter als gedacht, gut ausgebaute, mehrspurige Straßen führen uns ohne Verkehrschaos zu unserem anvisierten Stellplatz. Von der Puente de las Americas können wir einen ersten Blick auf die vor uns liegende Stadt erhaschen. Dank der App I-Overlander finden wir einen kostenfreien Stellplatz ein wenig außerhalb der Stadt. Hinter dem großen Hotelkomplex des Radisson können wir sicher und ruhig stehen, sogar das Hotel W-LAN reicht bis in den Van. Besser kann es kaum laufen. Wir nehmen uns ein Uber Richtung Stadt. Unser erstes Ziel ist Casco Viejo, die historische Altstadt Panamas.

Casco Viejo  – Panamas romantische Altstadt  

Wir tasten uns langsam an die Stadt heran und möchten zuerst dem zum Unesco Weltkulturerbe erklärtem Stadtviertel Casco Viejo einen Besuch abstatten. Casco Viejo, das bedeutet Altstadt. Der Name ist Programm, das historische Stadtviertel zeigt sich in restaurierten  pastellfarbenen Kolonialbauten mit hübschen Cafés, trendigen Bars, sauberen Straßen und Souvenir-Shops. Wir lassen uns durch die Gassen treiben und folgen, mehr zufällig, dem ausgeschilderten Walkway, der uns an bedeutendsten Plätzen, Denkmälern sowie Kathedralen entlang führt und Erklärungen zu den Bauwerken bereithält. Immer wieder gibt die Altstadt den Blick auf die Wolkenkratzer und das Finanzviertel frei und zeigt ihre Gegensätzlichkeit. Hier wirkt alles langsam, gediegen und leise, während man drüben, in Downtown das ganze Gegenteil erwartet.

An einigen Ecken sind Bauarbeiten in vollem Gange. Es ist kaum zu übersehen, das Stadtviertel wird restauriert, renoviert und insgesamt herausgeputzt, um Besucher zu empfangen. Wir genehmigen uns einen Snack auf die Hand und kalte Getränke während wir durch die Altstadt schlendern, Souvenirs begutachten, uns in schattigen Parks entspannen und einfach das Treiben beobachten. In einem schicken Café gönnen wir uns Kaffee und Kuchen, in angenehm klimatisierten Räumen, bei leiser Musik.

Den Rückweg zum Van nehmen wir zu Fuß. Dabei wird uns einmal mehr bewusst von welch kurzer Dauer das Altstadt-Idyll ist. Wenige Häuserblocks entfernt findet sich das ganze Gegenteil von schicken Cafés und restaurierten Altbauten. Marode, überfüllte Häuserblocks, Müll und eine ganz andere Stimmung. Uns ist etwas mulmig, als wir hier einen kleinen Laden betreten, um Wasser zu kaufen. Interessierte und amüsierte Blicke – wohl angesichts meines holprigen Spanisch gepaart mit  verunsichertem Gesichtsausdruck – und ein abschließendes nettes Lächeln lösen unsere Vorbehalte mal wieder in Luft auf.

Sich einen Tag lang treiben lassen, im Schatten sitzend beobachten, kalte Säfte schlürfen, schlendern, Souvenirs kaufen, Essen gehen und in trendigen Bars einkehren. Dafür ist Casco Viejo wie gemacht.

„So schnell man in diesem Idyll landet, so schnell ist man auch wieder raus. Man biegt um eine Häuserecke und findet sich in armen Vierteln wieder“

Tagebuchzitat

Panama City – Downtown

Cinta Costera

Regen an unserem zweiten Morgen in Panama City, Mitte Oktober verabschiedet sich die Regenzeit langsam von Panama, kurze Regengüsse sind trotzdem keine Seltenheit. Wir nutzen die Zeit um eine Lavanderia (Wäscherei) aufzusuchen. Mit duftender Wäsche im Gepäck und Sonne im Gesicht genießen wir den Nachmittag in der Stadt, folgen dem letzten Stück der Cinta Costera, einem Walkway direkt am Wasser entlang. Zwischen dem Golf von Panama und den Wolkenkratzern der Stadt. Von hier aus bieten sich zahlreiche atemberaubende Aussichten auf die Stadt.  

„Die Größe der Stadt fasziniert uns und doch fühlen wir uns in ihrer Mitte etwas verloren.“

Tagebuchzitat

Sonnenuntergang vom Rooftop

Am Nachmittag sitzen wir im Van und tun, was wir eigentlich zu vermeiden versuchten: In der Rushhour einmal mitten durch die Stadt fahren. Aber wir haben einen sehr guten Grund, wir sind auf Sonnenuntergangs-Mission. Ob diese gelingen wird ist noch fraglich, denn die Sonne steht schon tief und wir kommen kaum voran. Etwas gehetzt und schwitzend kämpfen wir uns durch das Verkehrschaos. Ich bin einmal mehr dankbar über Christophs kühlen Kopf in solchen Situationen.  Endlich, wir erreichen das anvisierte Gebäude auf dessen Dach sich die Panaviera Bar befindet. Nur, wo parken? Überfordert stellen wir Dan an einem Rondell vor all diesen riesigen luxuriösen  Hotels und Casinos ab. Schon leicht gehetzt von der tief stehenden Sonne frage ich einen Pförtner ob wir hier ausnahmsweise kurz parken können? Ein nachsichtiges Lächeln zeigt uns, kein Problem er hat ein Auge auf unseren Dan. Ich werfe mich also in unserem Wohnzimmer am Straßenrand fix in Schale und los geht’s. Unser Ziel: die Rooftop-Bar, klingt als könne man es nicht verfehlen, einfach nach ganz oben. Erst laufen wir ins falsche Gebäude und sind dann heillos überfordert mit all den Buchstaben und Zahlen des Fahrstuhls. Nachdem wir gefühlt jeder Etage des Hotels gesehen haben öffnen sich die Türen des Fahrstuhls und uns fallen fast die Augen aus dem Kopf. Wir blicken direkt über den Rand eines Infinity Pools auf die bereits in Abendlicht getauchte Skyline der Stadt. Bei einem kühlen Bier lassen wir den Blick immer wieder ungläubig über die endlos wirkende, pulsierende Stadt schweifen. Sehen die Sonne untergehen und die Lichter der Stadt erwachen. Der perfekte Ort um den Tag ausklingen zu lassen.  

 „Endlich oben angekommen fallen uns fast die Augen aus dem Kopf. In nobel gediegener Atmosphäre liegt diese riesige Stadt zu unseren Füßen und wird bereits in leichtes Abendrot gehüllt.“

Tagebuchzitat

Mercado de Mariscos – Panamas Fischmarkt

Unser Uber spuckt uns am Vormittag unseres letzten Panama-Tages mitten in der lauten, geschäftigen Stadt aus. Auf schlechten Fußwegen laufen wir an Geschäften mit allerlei buntem Plunder und Essensständen vorbei. Auf dem Weg in Richtung Fischmarkt entdecken wir einen großen Markt mit frischem Obst und Gemüse, decken uns für die nächsten Tage ein und freuen uns über die riesige, bunte Auswahl. Wenig später finden wir uns im bunten Treiben des Fischmarktes wieder. Der Markt soll eines der Highlights in der City sein – ich bin skeptisch, möchte aber nicht voreingenommen sein. Seit mehreren Jahren esse ich weder Fleisch noch Fisch, das erklärt vielleicht meine Skepsis. Trotzdem bin ich immer offen für die Traditionen der Länder, die wir bereisen und möchte viel Ursprüngliches und traditionelles in mir aufnehmen. Wir betreten also das Gebäude des ‚Mercado de Mariscos‘, in der kühlen Halle sind zahlreiche Händler/innen versammelt, die Meeresfrüchte und Fisch in riesiger Vielfalt anbieten. Am Morgen werden die Fischerboote entladen, der Fisch dann frisch vor Ort auf dem Markt ausgenommen und verkauft. Frischer ist nur selbst gefangen. Einige der angebotenen Meeresfrüchte haben wir noch nie gesehen. Es herrscht reges Treiben, Einheimische kaufen hier Fisch für den privaten Bedarf oder ihre Restaurants ein. Nach einer kurzen Runde über den Markt wird mir doch flau im Magen und ich verabschiede mich nach draußen in die Sonne.

An einem kleinen Stand direkt vor dem Eingang des Marktes kaufe ich den leckersten Orangensaft überhaupt.  Eiskalt und mit riesigen Ananas-Stücken serviert. Als Christoph seinen Streifzug beendet hat setzen wir uns bei einem weiteren Saft ans Wasser und beobachten die nun leeren Fischerboote im Hafenbecken. Wir schlendern die Promenade entlang, genießen nochmal den Blick auf die Wolkenkratzer und kehren gegen Mittag in einem der vielen Restaurants und Imbisse vor dem Fischmarkt ein. Hier soll es die beste Ceviche der Stadt geben. Ceviche ist ein traditionelles Fischgericht, das in den Küstenregionen Lateinamerikas weit verbreitet ist. Der rohe Fisch wird hierbei traditionell mit viel Zwiebel und Chili in Limettensaft mariniert. Durch die Säure des Limettensafts wird der Fisch leicht gar. Da es für uns (ja, ich probiere auch eine kleine Portion) das erste Ceviche ist, können wir dessen Qualität schlecht einschätzen. Fakt ist, der Fisch ist frisch und lecker, die Atmosphäre vor dem Fischmarkt unverwechselbar.   

Isla Flamenco

Von unserem Stellplatz aus ist es ein Katzensprung auf die Isla Flamenco. Über die Promenade erreichen wir, vorbei am bunten PAMAMA Schriftzug, die kleine Halbinsel. Da wir in der Nebensaison unterwegs sind ist sie ziemlich verschlafen, einige Essensstände und Restaurants halten noch ‚Winterschlaf‘. Trotzdem bietet die Insel einen schönen ruhigen Zufluchtsort nach dem Trubel der Stadt. Hier kann man den Blick aufs Wasser und die Skyline schweifen lassen und einen Absacker trinken. 

Unser Fazit

Nach drei Tagen Trubel und Großstadt wird es für uns wieder Zeit für Natur und Abgeschiedenheit. Wir haben die Zeit in der Stadt genossen. Panama City ist definitiv einen Besuch wert und bietet viele abwechslungsreiche Aktivitäten. Vor allem hat uns die schöne Altstadt mit ihren Kolonialbauten und deren Nähe zur großen pulsierenden Metropole beeindruckt. Wir empfehlen auf jeden Fall mindestens einen Tag für Casco Viejo einzuplanen. Wer mit totem Fisch kein Problem hat, dem empfehlen wir auf jeden Fall einen Besuch auf dem Fischmarkt, die Atmosphäre hier ist einmalig authentisch und vor dem Markt finden sich sehr gute Fischrestaurants. Von hier aus bietet es sich an ein Stück über die Cinta Costera zu spazieren. In der Saison soll auch hier buntes Treiben herrschen, in der Nebensaison war es fast verschlafen. Den Sonnenuntergang auf einem der zahlreichen Rooftops der Stadt zu beobachten sollte ebenfalls auf eurer Panama-Liste stehen. Hier findest du Empfehlungen zu den besten Rooftops der Stadt. Wir empfehlen – je nachdem wie sehr du den Großstadttrubel genießt – mindestens drei Tage für die Erkundung von Panama City einzuplanen.  

Einen weiteren einzigartigen Blick auf die Skyline der Stadt habt ihr aus dem nahe gelegenen Metropolitan Nationalpark.

3 Gedanken zu „3 Tage Panama City“

  1. Hi! Ich finde euren Blog sehr toll! Da ich im Moment selbst eine Reise nach Panama plane, stöbere ich gerne bei euch um mir Inspirationen und Informationen zu suchen. Danke für den ausführlichen Bericht und faszinierende Bilder.

    1. Laura sagt:

      Hallo Diana, ich freue mich sehr, dass dir meine Beiträge gefallen und sie dir vielleicht bei deiner Reise durch Panama weiterhelfen können. Genieß deine Reise durch dieses tolle Land!

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